Der Kiwi

29 06 2011

Die Neuseeländer sind so stolz auf ihren Kiwi, dass ich mich manchmal wundern muss, wieso er noch nicht schon die neuseeländische Nationalflagge ziert. In Souvenir Shops, auf Autos, in den Medien und überhaupt überall wo man auch nur ansatzweise etwas mit dem Vogel verbinden kann, wird er als Symbol für Neuseeland verwendet.
Dabei lässt sich der Vogel, der noch nicht mal fliegen kann, kaum blicken. In fast einem Jahr in dem ich jetzt schon hier bin und dabei ziemlich viel in der Natur unterwegs war, habe ich noch nicht einmal einen Kiwi gesehen. Kein Wunder. Der Vogel ist Nachtaktiv, extrem scheu und vom aussterben bedroht. Früher war er über ganz Neuseeland verbreitet, heutzutage nur noch in bestimmten Naturschutzgebieten und auf vorgelagerten Inseln. Grund dafür sind eingeschleppte Tiere wie Hunde, Katzen, Opossums und andere vom Menschen eingeführte Säugetieren. Von 200 Kiwis wird nur noch einer erwachsen.
Ich hab mich schon öfter auf die Suche nach einem Kiwi gemacht. Bisher aber nur die schrillen Pfiffe, die bei günstigen Bedingungen bis zu fünf Kilometer weit gehen, gehört. In Kiwihäusern kann man den Vogel in einer sicheren Umgebung anschauen oder ins Museum gehen und ihn aus nächster Nähe beobachten. Nichts für nen Naturburschen wie mich, ich bleib weiter auf der Suche!

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Besuch aus der Antarktis

23 06 2011

Diese Woche ist etwas sehr außergewöhnliches in Neuseeland passiert. Ein Kaiserpinguin (emperor penguin) ist an Neuseelands Küste gesehen worden. Der Pinguin hat einen Weg von 7.000 Kilometern hinter sich und ist am Montag am „Peka Peka Beach“ von einer Spaziergängerin gesichtet worden. Seitdem faulenzt er dort rum und genießt den Trouble um sich. Mittlerweile ist er schon Weltberühmt und trägt den Namen „Happy Feet“. Mitarbeiter vom Naturschutzbund haben ihn gestern untersucht. Er ist 10 Monate alt und 88 cm groß. Außerdem ist er in sehr guter Verfassung und fett gefressen. Der Naturschutzbund in Neuseeland will nichts unternehmen und abwarten was passiert. Schließlich ist der Pinguin auch auf natürlichem Wege nach Neuseeland gekommen. Außerdem könnte er auf dem Weg Krankheiten eingefangen haben und Tierschutzexperten möchten nicht dafür verantwortlich sein, diese nach Antarktika zu verschleppen.

Es ist bisher nur ein einziges mal passiert, dass ein Kaiserpinguin aus der Antarktis nach Neuseeland gekommen ist. Das war 1967. Kaiserpinguine sind die größten der Welt und können bis zu 130cm und 37 Kilogramm schwer werden. Das Leben der Kaiserpinguine wird in dem Oscar prämierten Film „Die Reise der Pinguine“ beschrieben. Auch der Film „Happy Feet“ hat Kaiserpinguine in seinen Hauptrollen.

Ich hatte das große Glück das der Pinguin nicht weit von meinem Zuhause gestrandet ist. Deshalb war heute in Peka Peka und hab mir den Vogel angeschaut. Er ist nichts im Vergleich zu dem, was ich sonst in Neuseeland gesehen habe. Er ist für einen Pinguin rießig. Da der Pinguin mittlerweile so was wie ein Star in Neuseeland ist, pilgern die Leute zu dem Strand um einen Blick auf ihn zu werfen. Mitarbeiter vom Department of Conservation sind ständig vor Ort um die Ruhe und Sicherheit des Gastes zu gewähren.





Wai-O-tapu – Geothermale Wunder

9 06 2011

Inmitten der Nordinsel, zwischen Rotorua und Taupo hat sich innerhalb der letzten 160.000 Jahre landschaftlich viel verändert. Vulkanausbrüche und Erdbeben haben dem Gebiet schon immer ein neues Gesicht verliehen. Einer der jüngeren Vulkanausbrüche liegt gerade einmal 125 Jahre zurück, bei dem der Mt. Tarawera nach seiner Eruption einen 5 KM langen Krater hinerlassen hat. 150 Menschen und eine beliebte Touristen Attraktion, die „pink and white terraces“ hat er dabei in seinen Bann gerissen. Wenn man durch diese Landschaft läuft und immer noch aktive Vulkane wie den „Rainbow Mountain“ besteigt, kann man sich nur schwer vorstellen, dass das wirklich alles von der Natur erschaffen und geformt wurde.

Es ist ein bisschen wie in einer anderen Welt. Feuerrotes Gestein, neongelbes Schwefelgestein oder orangene Mineralablagerunge erscheinen immer wieder zwischen Nebelschwaden und der grünen Natur. Auch das Wasser, in dem es kein Leben gibt, hat grüne, orangene, violette, gelbe, rote oder schwarze Farben.


Manche Eigenschaften des geothermalen Gebiets wurden durch Zufall entdeckt. Vor etwa 80 Jahren gab es dort ein Gefängnis. Die Gefangenen haben die heißen Quellen zum  waschen ihrer Kleidung genutzt. Versehentlich ließ ein Inhaftierter ein Stück Seife in ein Loch fallen. Die Folge war eine sprühende Fontäne, die bis zu 20 Meter in die Höhe ging. Vor schreck rannten die Gefangenen in den nahegelegenen Wald.

Derselbe Geysir wird nun einmal täglich für Zuschauer mit einer Packung Seifenpulver zum sprühen gebracht. Die größe der Fontäne hängt ganz davon ab, ob in der letzten Nacht maorische Kinder sich einen Spaß daraus gemacht haben und das Loch schon zum entladen gebracht haben.

Ich hätte es wohl auch extrem aufregend gefunden, was wohl passieren würde, wenn „versehentlich“ eine Packung Mentos, Backpulver, 5 Liter Cola oder sonstige Sachen in den Geysir gefallen wären.





Putangirua Pinnacle Rocks

1 06 2011

Vor ein paar Wochen waren wir am südlichsten Punkt der Nordinsel. Es ging einige Kilometer an einer verlassenen Küstenstraße entlang. Die dünn besiedelte Gegend wird von ein paar Maori’s und Fischern besiedelt. Es gibt genau eine Straße die als Verbindung der kleinen Dörfer an der Küste zum nächst größeren Dorf (das selbst nur ein paar hundert Menschen zählt) dient. Die Straßenverhältnisse erinnern an Zustände aus einem Entwicklungsland:

Auf dem Foto sieht man die Straße, die gerade so in eine Felswand reingeschnitten wurde und an machen Stellen kriminell eng ist. Ein paar hundert Meter weiter vorne hört der Teer einfach auf und es beginnt ein Schotter-Weg, der entweder so ausgefahren ist das man meint man fahre mit einem Traktor auf einem Feldweg oder er ist mit einer 7 cm Kiesschicht bedeckt, sodass man in jeder Kurve entweder total einsinkt oder der Wagen ausbricht.

Nach einer spektakulären Fahrt entlang der Küste ging es zu Fuß weiter. Eine knappe Stunde sind wir durch ein fast trockenes Flussbett gewandert um die Putangirua Pinnacle Rocks zu erreichen. Ein faszinierender Anblick wenn man dazwischen durchläuft. Die bis zu 50m hohen, grauen und weichen Felstürme wurden von Wind und Regen geformt. Manche sind so dünn und hoch das man Angst haben muss beim nächsten Windstoß von einem Turm erschlagen zu werden. Ich frag mich ob das Hinweisschild „Watch out for falling Rocks“ ironisch gemeint war. Die Pinnacle Rocks waren übrigens auch Teil des Filmsets für Herr der Ringe.





Foto Ausflung – Lake Wairarapa

25 05 2011

Sonnenaufgang ist in Neuseeland derzeit um 7:30 Uhr. Am Samstag bin ich mit Dany um 5:00 Uhr aufgestanden um am „Lake Wairarapa“ in den frühen Morgenstunden zu fotografieren. Der See liegt zwischen zwei Gebirgen inmitten vom neuseeländischen Weideland. Mit 78 km² ist er der dritte größte der Nordinsel, hat aber gerade mal eine maximale tiefe von 2,5 m, also eher ne riesige Pfütze. Zum Geburtstag hab ich mir ein neues Objektiv gegönnt, das ich unbedingt noch in Neuseeland verwenden wollte. Es ist ein Weitwinkel Objektiv. Mit dem bekommt man mehr vom Motiv auf das Bild, als es dem natürlichem Auge entspricht. Macht echt spaß damit zu fotografieren, auch wenn es vom Umgang her nicht so einfach ist und man ein Zeit braucht um sich an die neue Perspektive zu gewöhnen. Außerdem hab ich noch ein flexibles Stativ bekommen mit dem ich meine Kamera auf jeden möglichen Untergrund stellen kann. Ich bin jetzt also bestens ausgerüstet um meine letzten Monate in Neuseeland festzuhalten!





Shot of the week

13 05 2011

Dampf steigt an einem wolkigem Tag aus dem „lake Rotorua“





Heisser Matsch und kochende Seen

11 05 2011

Kochend heißes Wasser das aus einem Loch der Erdkruste kommt zeigt die thermale Aktivität der Gegend.

Da Neuseeland auf dem Riss zweier Kontinentalplatten liegt, tut sich nicht nur viel oberhalb der Erde, sonder auch darunter. Ein immer noch aktiver Vulkan, Erdbeben und thermale Gebiete beweisen es täglich. Die Stadt „Rotorua“ ist in Neuseeland bekannt für ihren beißenden Geruch nach faulen Eiern. Man riecht die Stadt schon, bevor man überhaupt das Ortsschild erreicht hat. Hier ist die Erdkruste so dünn, dass es überall in der Stadt heiße Quellen oder brodelnde Schlammlöcher gibt. In manchen Straßen kommt der Dampf sogar aus dem Gullideckel. Ganze Flüssen haben Badewannen-Temperatur. Um warmes Wasser macht sich hier keiner Sorgen. Es gibt einige Thermalbäder in denen man im heissen Schwefelwasser baden kann. Wir sind durch einen Park gelaufen wo neben dem Weg tiefe Löcher mit heißem Wasser sind oder blubbernder Matsch wie Schokoladenpudding aus der Erde kommt.

Heisser Matsch blubbert wie Schokopudding aus der Erde.

Auf dem Foto ist ein „Erdofen“ zu sehen. Maorische Einwohner haben die Vorteile der Wärme schon vor hunderten Jahren genutzt. Die Erdöfen sind heute noch intakt. Meistens können Touristen dort im Rahmen einer Führung ihr Mittagessen kochen.