Meine letzte Arbeitswoche am College

10 07 2011

Ab morgen beginnt meine letzte Woche als Zivi. Dann hat auch einer der letzten Zivis seinen Dienst abgeleistet. Naja, abgeleistet klingt irgendwie so böße. Ich bin nämlich eher traurig, dass meine Zeit jetzt dann vorbei ist. Ich werde meine Schüler von Learning Support bestimmt vermissen und sie mich auch: Vor zwei Wochen hab ich einer 14 jährigen Schülern von mir erklärt, dass ich bald wieder nach Deutschland gehe. Es hat erstmal 10 Minuten Erkärungszeit gebraucht, bis klar war das Neuseeland nicht das einzige Land auf der Erde ist, was ‚Germany‘ ist und welche Sprache dort gesprochen wird. Als sie mich dann noch ein paar Fragen über das Wetter in Deutschland, die Tiere und völlig Zusammenhang-loses Zeug gefragt hat, war sie wirklich traurig das ich in drei Wochen gehen muss. Seitdem bekomm ich immer eine Umarmung von ihr, wenn sie mich sieht: „You going Germany Tom“.
Nach dieser Woche ist zwar mein Zivildienst vorbei, ich hab aber immer noch drei Wochen auf der Südinsel um noch mal richtig die Natur genießen zu können. Die haben da unten zwar gerade Winter und Winter bedeutet Regenzeit und Schnee, aber ich freu mich trotzdem schon richtig drauf! Ich werde ich über meine letzten Wochen auf dem laufenden halten.
Genießt die Sonne und das warme Wetter in Deutschland 😉

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Der Kiwi

29 06 2011

Die Neuseeländer sind so stolz auf ihren Kiwi, dass ich mich manchmal wundern muss, wieso er noch nicht schon die neuseeländische Nationalflagge ziert. In Souvenir Shops, auf Autos, in den Medien und überhaupt überall wo man auch nur ansatzweise etwas mit dem Vogel verbinden kann, wird er als Symbol für Neuseeland verwendet.
Dabei lässt sich der Vogel, der noch nicht mal fliegen kann, kaum blicken. In fast einem Jahr in dem ich jetzt schon hier bin und dabei ziemlich viel in der Natur unterwegs war, habe ich noch nicht einmal einen Kiwi gesehen. Kein Wunder. Der Vogel ist Nachtaktiv, extrem scheu und vom aussterben bedroht. Früher war er über ganz Neuseeland verbreitet, heutzutage nur noch in bestimmten Naturschutzgebieten und auf vorgelagerten Inseln. Grund dafür sind eingeschleppte Tiere wie Hunde, Katzen, Opossums und andere vom Menschen eingeführte Säugetieren. Von 200 Kiwis wird nur noch einer erwachsen.
Ich hab mich schon öfter auf die Suche nach einem Kiwi gemacht. Bisher aber nur die schrillen Pfiffe, die bei günstigen Bedingungen bis zu fünf Kilometer weit gehen, gehört. In Kiwihäusern kann man den Vogel in einer sicheren Umgebung anschauen oder ins Museum gehen und ihn aus nächster Nähe beobachten. Nichts für nen Naturburschen wie mich, ich bleib weiter auf der Suche!





Besuch aus der Antarktis

23 06 2011

Diese Woche ist etwas sehr außergewöhnliches in Neuseeland passiert. Ein Kaiserpinguin (emperor penguin) ist an Neuseelands Küste gesehen worden. Der Pinguin hat einen Weg von 7.000 Kilometern hinter sich und ist am Montag am „Peka Peka Beach“ von einer Spaziergängerin gesichtet worden. Seitdem faulenzt er dort rum und genießt den Trouble um sich. Mittlerweile ist er schon Weltberühmt und trägt den Namen „Happy Feet“. Mitarbeiter vom Naturschutzbund haben ihn gestern untersucht. Er ist 10 Monate alt und 88 cm groß. Außerdem ist er in sehr guter Verfassung und fett gefressen. Der Naturschutzbund in Neuseeland will nichts unternehmen und abwarten was passiert. Schließlich ist der Pinguin auch auf natürlichem Wege nach Neuseeland gekommen. Außerdem könnte er auf dem Weg Krankheiten eingefangen haben und Tierschutzexperten möchten nicht dafür verantwortlich sein, diese nach Antarktika zu verschleppen.

Es ist bisher nur ein einziges mal passiert, dass ein Kaiserpinguin aus der Antarktis nach Neuseeland gekommen ist. Das war 1967. Kaiserpinguine sind die größten der Welt und können bis zu 130cm und 37 Kilogramm schwer werden. Das Leben der Kaiserpinguine wird in dem Oscar prämierten Film „Die Reise der Pinguine“ beschrieben. Auch der Film „Happy Feet“ hat Kaiserpinguine in seinen Hauptrollen.

Ich hatte das große Glück das der Pinguin nicht weit von meinem Zuhause gestrandet ist. Deshalb war heute in Peka Peka und hab mir den Vogel angeschaut. Er ist nichts im Vergleich zu dem, was ich sonst in Neuseeland gesehen habe. Er ist für einen Pinguin rießig. Da der Pinguin mittlerweile so was wie ein Star in Neuseeland ist, pilgern die Leute zu dem Strand um einen Blick auf ihn zu werfen. Mitarbeiter vom Department of Conservation sind ständig vor Ort um die Ruhe und Sicherheit des Gastes zu gewähren.





Wai-O-tapu – Geothermale Wunder

9 06 2011

Inmitten der Nordinsel, zwischen Rotorua und Taupo hat sich innerhalb der letzten 160.000 Jahre landschaftlich viel verändert. Vulkanausbrüche und Erdbeben haben dem Gebiet schon immer ein neues Gesicht verliehen. Einer der jüngeren Vulkanausbrüche liegt gerade einmal 125 Jahre zurück, bei dem der Mt. Tarawera nach seiner Eruption einen 5 KM langen Krater hinerlassen hat. 150 Menschen und eine beliebte Touristen Attraktion, die „pink and white terraces“ hat er dabei in seinen Bann gerissen. Wenn man durch diese Landschaft läuft und immer noch aktive Vulkane wie den „Rainbow Mountain“ besteigt, kann man sich nur schwer vorstellen, dass das wirklich alles von der Natur erschaffen und geformt wurde.

Es ist ein bisschen wie in einer anderen Welt. Feuerrotes Gestein, neongelbes Schwefelgestein oder orangene Mineralablagerunge erscheinen immer wieder zwischen Nebelschwaden und der grünen Natur. Auch das Wasser, in dem es kein Leben gibt, hat grüne, orangene, violette, gelbe, rote oder schwarze Farben.


Manche Eigenschaften des geothermalen Gebiets wurden durch Zufall entdeckt. Vor etwa 80 Jahren gab es dort ein Gefängnis. Die Gefangenen haben die heißen Quellen zum  waschen ihrer Kleidung genutzt. Versehentlich ließ ein Inhaftierter ein Stück Seife in ein Loch fallen. Die Folge war eine sprühende Fontäne, die bis zu 20 Meter in die Höhe ging. Vor schreck rannten die Gefangenen in den nahegelegenen Wald.

Derselbe Geysir wird nun einmal täglich für Zuschauer mit einer Packung Seifenpulver zum sprühen gebracht. Die größe der Fontäne hängt ganz davon ab, ob in der letzten Nacht maorische Kinder sich einen Spaß daraus gemacht haben und das Loch schon zum entladen gebracht haben.

Ich hätte es wohl auch extrem aufregend gefunden, was wohl passieren würde, wenn „versehentlich“ eine Packung Mentos, Backpulver, 5 Liter Cola oder sonstige Sachen in den Geysir gefallen wären.





Rolling stone seit 20 Jahren

17 05 2011

Jetzt roll ich seit zwanzig Jahren durch die Welt. Ich freu mich schon aufs nächste Jahrzehnt!





Arbeits-Update

4 04 2011

Beim „weedeaten“.

Ich möchte euch mal wieder von meiner Arbeit berichten damit ihr nicht auf die Gedanken kommt mein Leben in Neuseeland würde nur aus Freizeit und HalliGalli bestehen. Montags und Freitags ist immer Hausmeister Tag und da ich der junge Sprössling unter den Hausmeistern bin bekomme ich auch dementsprechende Jobs. Die letzten Tage habe ich ausschließlich mit meinem bestem Freund dem „Weedeater“ gearbeitet. Weedeater = Unkrauffresser auf Deutsch. Wieso die Maschine so geschimpft wird weis ich auch nicht. Manchmal bin ich mir auch nicht sicher wer von uns beiden mehr Unkraut frisst. Naja, auf jeden Fall wird mir in der Früh ein Bereich im Busch zugeteilt der von allem Planzen befreit werden muss. Meistens handelt es sich um Brombeerbusch oder Stachelginsterbusch. Und dann hexel ich für ein paar Stunden den Wald nieder bis ich auf mein Werk blicken kann.

Auch wenn meine Beine jedes mal verkratzt sind als wäre ne tollwütige Katze an mir hochgesprungen, machts trotzdem spaß draußen zu sein, Energie loswerden und zu sehen was gemacht wurde.





Ein Wochenende im Strandhaus

22 03 2011

Mein letztes Wochenende war wieder einmal vollgepackt mit Aktivitäten:
Am Samstag morgen habe ich mich mit Dany und drei Freunden ins Auto gesetzt und ab gings in die Natur! Nach zwei Stunden Autofahrt kamen wir an der Schlucht „Waiohini Gorge“ an, wo wir ein gemütliches Picknick und einen Buschwalk gemacht haben.

Waiohini Gorge in den Wairarapas, nördlich von Wellington.


Ich bin immer auf der Suche um irgendwo hochzuklettern oder runterzuspringen.


Am frühen Abend sind wir eine halbe Stunde weiter nördlich nach Masterton zum Ballonfest gefahren. Keiner von uns wusste was man sich darunter vorstellen sollte, deshalb war unsere Vorfreude relativ groß. Letztendlich waren auf dem Festgelände ein Duzend bunter Heißluftballons die in der Nacht, im Takt zur Musik aufleuchteten. Die Stimmung war ziemlich cool. Viele Leute aus den umliegenden Käffern waren gekommen um sich das Schauspiel anzusehen. Es findet eigentlich jahrlich statt, wird aber oft wegen zu viel Wind oder Regen abgesagt. Es sah auch lustig aus wie die rießigen Ballongesichter im Wind hin und her schwankten als würden sie zur Musik tanzen. Losgeflogen sind sie leider nicht.

Weiter ging es dann an die Ostküste der Nordinsel, genauer gesagt nach Riversdale wo die Familie eine Freundin ein Strandhaus hat. Wir durften das Strandhaus für das komplette Wochenende benutzten und haben uns dort mit einigen Freudnen getroffen.
Unser Strandhaus für das Wochenende.

Am Sonntag bin ich bei den Klippen am Strand auf „Paua shell“ jagt gegangen: Paua shells (= essbare, handgroße Muscheln) sind außen mit einer dicken Kalkschicht  umgeben und haben innen einen blau/turkisenen Schimmer. Das Muschelfleisch gilt in weiten Teilen der Erde als Delikatesse und kostet rund 200 $ (~ 100 €) pro Kilogramm. Dabei ist der Geschmack sehr gewöhnungsbedürftig und vom aussehen und anfühlen erinnert das Fleisch an die schlabbrigen Lippen eines Hundes. Die Muscheln sind deshalb so teuer weil sie nur an wenigen Orten zu finden sind und schwer zu jagen. Mit einem Messer geht man vorsichtig zwischen Muschel und Fels und versucht sie zusammen mit einer Hand wegzuhebeln, ehe sie sich an den Felsen saugt. Die Muschel ist ungefähr so groß wie eure Handlänge und hat eine unglaubliche Saugkraft.

Mehr oder weniger leckere Paua, zubereitet mit Limetten und Wein.

Zu unserer Grillparty gab es noch frisch geschlachtete Kuh die von einer Farm stammte, auf der eine Freundin von mir ein Au-pair Jahr macht.